Der Begriff Assessment Center zählt zu den Worten, die scheinbar ganz natürlich ins tägliche Vokabular aufgenommen wurden - und welche bei zahlreichen Menschen trotzdem immer noch für Ratlosigkeit sorgen. Was ist also gemeint mit dem Center, welches in Auswahlverfahren und Bewerbungen eine so große Rolle spielt? Die englische Übersetzung der Begrifflichkeiten sorgt für Aufschluss: Das Verb "(to) assess" bedeutet soviel wie beurteilen - das Assessment Center ist somit ein zentrales Organ bzw. auch Kommittee, in dem BewerberInnen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Eignung für einen bestimmten Job oder eine firmeninterne Position beurteilt werden. Die Basis für dieses sehr umfassende Auswahlverfahren liegt bereits im Anfang des 20. Jahrhunderts begründet.

Richtig in Mode gekommen ist der Begriff aber erst seit einigen Jahren, in denen Bewerbungsverfahren in großen Firmen kaum noch ohne Assessment Center auskommen. Mit einem schnöden Bewerbungsgespräch, beispielsweise mit dem Personalleiter oder sogar dem Chef höchstpersönlich, hat dieses Auswahlverfahren jedenfalls längst nichts mehr zu tun. Stattdessen geht es darum, in einer ein- bis sogar mehrtägigen Prozedur den oder die BewerberInnen heraus zu filtern, welche bestens zum Unternehmen und der angebotenen Position passen. Zu diesem Zweck werden ganz verschiedene Aufgaben gestellt, die es zu lösen gilt. Das Ausfüllen von Fragebögen und das Präsentieren theoretischer Kenntnisse kann ebenso hierzu gehören wie die Bewältigung ganz praktischer Hürden - allein oder auch im Team mit anderen Bewerbern. Die Mitarbeiter des Assessment Center beurteilen dann die Ergebnisse, aber auch persönliche Eindrücke über alle Kandidaten. Manchmal können auch ganz ungewöhnliche Antworten oder Fähigkeiten punkten und den entscheidenden Ausschlag für eine Zusage bewirken. Meist sind die Aufgaben jedoch so gestellt, dass eine "Berechnung" aus Sicht der Kandidaten von vorneherein ausgeschlossen ist - spontanes Handeln ist hier Trumpf.

Für Studenten spielen Assessment Center immer dann eine Rolle, wenn höhere Positionen oder sehr begehrte Arbeitsplätze zu besetzen sind. Für die meisten Nebenjobs gilt dies nicht. Wer jedoch ein begehrtes Fachpraktikum während Studium oder Semesterferien, einen Traineeplatz oder ein Volontariat im Anschluss ans Studium ergattern möchte, der kann in vielen Fällen durch ein professionelles Assessment Center - firmenintern oder extern - mit entsprechendem Bewerbungsverfahren beurteilt werden.